Alternative Lernformate für alle – Wie Innovation im staatlichen System gelingt
In dieser Folge von Puzzle sprechen wir mit Marieke, die gemeinsam mit einem engagierten Team einen Profilzug an ihrer ganz normalen staatlichen Schule gegründet hat.
In einem ehrlichen und praxisnahen Gespräch nimmt sie uns mit auf den Weg der Gründung – und zeigt auf, dass innovative Lernformate nicht nur Privatschulen vorbehalten sein müssen.
Marieke hat sich bewusst dafür eingesetzt, alternative Lernformate auch im staatlichen Schulsystem zu etablieren. Gemeinsam mit ihrer Gründungsgruppe hat sie abends online an der Vorbereitung gearbeitet und schließlich einen demokratischen Weg gewählt: einen Antrag an die Gesamtkonferenz, der dem Team das Vertrauen gibt, über sechs Jahre hinweg auszuprobieren und zu experimentieren.
Der demokratische Weg: Von unten nach oben
Besonders bemerkenswert ist der Prozess selbst: Die Initiative kam nicht von der Schulleitung, sondern aus dem Kollegium heraus. Dennoch war die Unterstützung der Schulleitung entscheidend – sie stand geschlossen hinter dem Projekt. Der Antrag wurde schließlich in der Schulkonferenz und der Lehrerinnenkonferenz befürwortet, sodass das Team nun auf einen offiziellen Konferenzbeschluss bauen kann. “Wir wissen, wir haben einen Konferenzbeschluss. Das ist nichts, was von der Schulleitung auferlegt wurde.”
Sorgen ernst nehmen
Marieke spricht offen über die Bedenken, die im Kollegium geäußert wurden: Wohin fließt die Kraft der Schule? Werden zu viele Ressourcen gebunden, die ohnehin schon knapp sind? Könnte sich das Team übernehmen? Und was bedeutet das für die Schülerinnen und Schüler?
Diese Sorgen sind berechtigt – gerade in einem unterfinanzierten System. Marieke betont: “Ich konnte die Argumente, die die hatten, auch sehr gut verstehen.” Gleichzeitig ist sie dankbar für das Vertrauen, das ihr und dem Team entgegengebracht wurde.
Mut zur Veränderung – auch ohne Perfektion
Was diese Geschichte so inspirierend macht: Es brauchte kein perfektes, ewig langes Konzept. Es brauchte Mut, Vertrauen und die Bereitschaft, gemeinsam einen neuen Weg zu gehen. Marieke zeigt damit, dass Veränderung im staatlichen System möglich ist – wenn man den demokratischen Weg wählt, die Schulleitung an seiner Seite hat und das Kollegium bereit ist, Neues zuzulassen.
Für alle, die selbst über innovative Formate an ihrer Schule nachdenken, ist diese Folge ein ermutigendes Beispiel: Veränderung ist machbar. Auch an ganz normalen staatlichen Schulen. Hör’ doch mal rein!



Leave a comment