1.6 – Dennis Sawatzki, wann lohnt sich eine Fortbildung?

In dieser Folge von Puzzle sprechen wir mit einem der Schule bewusst von außen mit gestaltet: Dennis Sawatzki, Geschäftsführer des Instituts für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik (ISH). In einem inspirierenden Gespräch nimmt er uns mit auf seine persönliche Bildungsreise – und teilt zentrale Einsichten darüber, wie Schulentwicklung wirklich gelingen kann.

Dennis Sawatzki hat sich bewusst gegen eine klassische Lehrerkarriere entschieden. Stattdessen engagiert er sich mit seinem privatwirtschaftlich organisierten Institut für ein besseres Bildungssystem – außerhalb klassischer Hierarchien und mit einem klaren Fokus auf kooperatives Lernen, Organisationsentwicklung, Teamprozesse und professionelle Weiterbildung. Besonders wichtig ist ihm: Schule muss auf Gesellschaft vorbereiten – und dazu gehört weit mehr als Fachwissen.

Schule ist mehr als Unterricht

Schon in der Einstiegsfrage wird klar, dass für Sawatzki die prägenden Momente in der Schulzeit außerhalb des Klassenzimmers stattfanden – etwa bei der Schülerzeitung oder einer Theateraufführung. Diese Erfahrungen machten für ihn greifbar, was Schule auch sein kann: ein Ort sozialer Entwicklung, des Teamworks und des kreativen Ausdrucks. Das Fehlen kooperativer Lernformen im Unterricht hat er rückblickend als Defizit empfunden – und genau hier setzt seine Arbeit heute an.

Kooperation statt Konkurrenz

Das ISH versteht sich als Fortbildungs- und Beratungsinstitut mit Haltung: Es geht um Zusammenarbeit statt Einzelkämpfertum, um langfristige Begleitung statt punktuelle Schulung. Ob in Schulen, Hochschulen oder Stiftungen – das ISH wird aktiv, wenn Institutionen mehr wollen als Standardprogramme. Besonders betont Sawatzki, wie wichtig es ist, nicht nur Unterrichtsentwicklung zu betreiben, sondern Organisation und Teamprozesse mitzubedenken. 

“Es gibt eine ganze Menge in der [Fortbildungs-]Landschaft. Man muss nur eben wirklich den Blick über den Tellerrand der eigenen Schule hinaus weiten.”

Fortbildung als Schlüssel zur Transformation

Ein zentrales Thema der Folge ist die Qualität von Fortbildung: Was macht sie wirksam? Warum reicht ein Vortrag selten aus? Und wie können sich Lehrkräfte sinnvoll weiterbilden, auch wenn Budgets knapp sind?

Hier wird deutlich: Gute Fortbildung braucht mehr als ein Zertifikat. Sie braucht Passgenauigkeit, Prozesshaftigkeit und ein systemisches Verständnis der Schule als lernende Organisation. Besonders spannend: Das ISH lebt intern vor, was es extern vermittelt – mit regelmäßiger Supervision, Coaching und internen Mikrofortbildungen.

Zwischen Idealismus und Realität

Natürlich bleibt auch der Blick auf die strukturellen Herausforderungen nicht aus. Sawatzki kritisiert die föderale Uneinheitlichkeit in Sachen Lehrerfortbildung. Zwar gebe es in Nordrhein-Westfalen eigene Fortbildungsbudgets für Schulen, diese seien jedoch oft zu gering, um nachhaltige Entwicklungsprozesse anzustoßen. Trotzdem gibt es Wege – über Verbände, Programme wie „Bildung und Gesundheit“, Kooperationen mit Stiftungen oder kreative Lösungsansätze auf Schulebene. Auch kostenfreie Angebote wie OER-Lernstrecken (z. B. über den Nele Campus) oder der DVLFB bieten erste Anlaufpunkte für motivierte Lehrkräfte.

Einen genaueren ersten Einblick darin, wie Fortbildungen funktionieren können und was es für Angebote gibt, findest du auch in der Folge. Also hör’ doch mal rein! 

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Wer wir sind

Wir sind Hannah und Hannah, zwei Lehrerinnen an Gymnasien in Oberbayern für die Fächer Deutsch und Englisch bzw. Englisch und Sport. Mit Themen aus den Bereichen Bildung und Schulentwicklung beschäftigen wir uns schon seit Jahren. 

Die Möglichkeit hierzu hatten wir durch ein Stipendium für Studierende der Lehrämter (Studienkolleg der Stiftung der deutschen Wirtschaft), in dessen Rahmen wir während des Studiums Seminare und Workshops zu den Themen besuchen durften.

Gemeinsam mit PUZZLE e.V. wollen wir die guten Ideen, die es zu Schule gibt, mit Euch teilen.

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