
Mehr Tablets, mehr Whiteboards, mehr Digitalisierung? Ganz so einfach ist es nicht, sagt Prof. Dr. Uta Hauck-Thum. Stattdessen plädiert sie für einen viel tiefergehenden Wandel: eine Kultur der Digitalität an unseren Schulen.
In der neuesten Podcast-Folge von PUZZLE sprechen Hannah und Hannah mit der Professorin für Grundschulpädagogik an der LMU München über die großen Themen der Bildungstransformation. Hauck-Thum betont: Digitalisierung bedeutet nicht nur, technische Geräte einzusetzen. Vielmehr verändert die digitale Kultur grundlegend, wie wir lernen, kommunizieren und zusammenarbeiten.
Was steckt hinter der Kultur der Digitalität?
Unsere Welt ist längst ein kultureller Möglichkeitsraum geworden, geprägt von neuen Handlungsgewohnheiten, kritischem Umgang mit Informationen und kreativer Teilhabe. Schulen müssen genau hier ansetzen: nicht nur Wissen vermitteln, sondern Lernende dazu befähigen, aktiv und selbstbewusst an dieser Kultur teilzunehmen. Dabei geht es um Kompetenzen wie Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken und Zusammenarbeit – die 4Ks, die auch die Kultusministerkonferenz als zentrale Bildungsziele formuliert hat.
Vom Haustierprojekt bis zur Draußenschule: Lernen neu denken
Besonders inspirierend sind die Praxisbeispiele, die Hauck-Thum teilt:
- KI im Deutschunterricht: Kinder, die kein Haustier haben, erschaffen sich mithilfe von KI ein eigenes, schreiben gemeinsam Geschichten und drehen Trickfilme. Ein Projekt, das Sprachförderung, kreative Mediennutzung und Kooperation auf natürliche Weise verbindet.
- Draußenschulen: Ganz normale Grundschulen in Freising haben sich in “Draußenschulen” verwandelt. Jede Klasse verbringt regelmäßig Unterrichtstage im Wald – Lernen wird hier zum echten Erlebnis. Möglich wurde das durch mutige Schulleiterinnen, Kooperationen mit dem Forstministerium und einer starken Schulfamilie.
Wie fängt man an?
Wer an seiner Schule selbst eine Veränderung anstoßen will, sollte nicht alleine bleiben. Hauck-Thum rät dazu, sich Mitstreiter*innen zu suchen, kleine Projekte zu starten und Mut zur Offenheit zu haben. Wichtig ist außerdem eine unterstützende Schulleitung, die Experimente erlaubt und Fehler als Lernchancen begreift.
Und die Wissenschaft?
Wissenschaftliche Begleitung und Netzwerke, so Hauck-Thum, sind zentrale Motoren der Transformation. Universitäten können Schulen mit Impulsen, Kontakten und erprobten Konzepten unterstützen – zum Beispiel mit dem “Navigator Bildung Digitalisierung”, der gemeinsam mit Praktiker*innen entwickelt wurde.
Unser Fazit:
Veränderung entsteht nicht durch Technik allein, sondern durch Haltung, Mut und gemeinsames Handeln. Prof. Dr. Uta Hauck-Thum zeigt eindrucksvoll, wie Schule zu einem Ort echter Teilhabe, Kreativität und Zukunftsgestaltung werden kann.
Lass dich anstecken von dieser Begeisterung für eine neue Schule und höre jetzt rein in die aktuelle Podcast-Folge!


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